Ernährungsarten: Barfen / Rohfütterung

Bereits vor einigen Jahren wurde die Rohfütterung für Hunde neu gebohren. Dieser aus Amerika stammende Trend hat sich unter dem Begriff „BARF“ zwischenzeitlich stark etabliert.

Für den Begriff „BARF“ gibt es zwischenzeitlich mehrere Bedeutungen:
„Born Again Raw Feeders“ („neugeborene Rohfütterer“)
„Bones And Raw Foods“ („Knochen und rohe Futtermittel“)
„Biologically Appropriate Raw Foods“ („Biologisch Artgerechts Rohes Futter“)

Die Idee des BARFen liegt in einer möglichst natürlichen und artgerechten Ernährung für Hunde und zwischenzeitlich auch für Katzen. Das Futter besteht hierbei zu einem großen Teil aus rohem Fleisch. Selten wurde eine Fütterungsvariante so extrem diskutiert, wie dies beim BARFen der Fall ist. Es gibt kaum eine Meinung dazwischen sondern meist nur ja oder nein. Viele Tierärzte raten von dieser Ernährungsart zwingend ab, andere „vergöttern“ diese Ernährungsart als einzig wahre und natürliche Ernährung.

Daher an dieser Stelle folgender Hinweis:
Jede Nahrung, die wir unserem Hund zukommen lassen ist ein Kompromiss, egal ob man sich für Fertignahrung, kochen oder eben BARFen entscheidet. Im „Original“ musste sich der Wolf vorab bewegen um die Beute zu jagen. Die gejagte Beute hatte durch die Hetzjagd einen stark erhöhten Adrenalinspiegel und war warm und lebendig, bis zu dem Zeitpunkt wenn der Wolf zugeschlagen hat. Es gab in der Natur also weder eine Kochstelle, Dosen noch Gefrierschränke. Daher ist jede Art der Haustierernährung ein Kompromiss und jeder Tierhalter muss für sich entscheiden welchen Kompromiss er bereit ist einzugehen.

Wer BARFen möchte muss sich genau so wie beim Kochen intensiv mit der Ernährung auseinandersetzen. BARFen erfordert Kentnisse in der ausgewogenen Nahrungszusammenstellung und ein hohes Maß an Hygiene.

Barffehler, die schnell große Auswirkungen haben können:
1) Eine einseitige Ernährung mit nur Muskelfleisch oder nur Innereinen führt schnell zu einem Nährstoffmangel.
2) Rohes Fleisch enthält Erreger, die sich auch auf den Menschen übertragen können.
3) Rohe pflanzliche Stoffe können vom Hund kaum verarbeitet werden.

Um Erregerrisiken zu reduzieren ist daher eine pingeliche Hygiene erforderlich und es empfiehlt sich das Fleisch wenige Minuten anzudünsten (siehe Bericht des BfR).
Dieses Andünsten widerspricht dann jedoch der ursprünglichen Idee der Rohfütterung.

Pflanzliche Anteile der Nahrung (Kartoffel, Reis, Möhren, …) müssen ebenfalls gedünstet werden, da der Hundemagen im Gegensatz zu einem Pflanzenfresser nicht in der Lage ist die pflanzlichen Rohstoffe ausreichend aufzuspalten.

Alternativ zu den üblichen pflanzlichen Produkten für den Kohlehydratanteil eignen sich Haferflocken sehr gut. Aber auch diese müssen unbedingt einige Minuten in kochendem Wasser aufquellen um das Risiko einer Magendrehung zu reduzieren, da ansonsten die Flocken erst im Magen beginnen aufzuquellen.

Knochen hingegen sollten nie gekocht werden, da gekochte Knochen grundsätzlich schneller splittern als rohe Knochen.

Kuhmilch ist von Natur aus für die Kälber vorgesehen und bereitet daher bei Hunden häufig Probleme. Bei ausgewachsenen Hunden ist es daher nicht selten, dass diese auf Milch mit Magen- Darmproblemen wie Durchfall, Blähungen und Magenschmerzen reagieren.

Besondere Sorgfalt ist auch auf die Fleischquelle zu legen – nicht nur aus Tierschutzgründen. Fleisch aus einer Massentierhaltung enthält Medikamente und Hormone, die ebenfalls Krankheiten auslösen können.